Instandhaltungsstrategien – wo stehen Sie heute? Wo wollen Sie hin?

Instandhaltungsstrategien sind Ansätze, die eine Organisation verfolgt, um die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Leistung ihrer Anlagen, Maschinen oder Infrastruktur sicherzustellen. Diese Strategie umfasst verschiedene Maßnahmen und Aktivitäten, die darauf abzielen, die Lebensdauer der Anlagen zu maximieren und Ausfallzeiten zu minimieren.

Es gibt verschiedene Aufteilungen hinsichtlich Art und Anzahl der Stufen. Als Modell wird am häufigsten eine 4-stufige Definition von Instandhaltungsstrategien verwendet: reaktive Instandhaltung, vorbeugende Instandhaltung, zustandsorientierte Instandhaltung, vorausschauende Instandhaltung.

Instandhaltungsstrategien - Breakdown Maintenance, Preventive Maintanence, Condition Based, Predictive Maintenence

Reaktive Instandhaltung

Die Reaktive Instandhaltung ist ausfallbedingt: Wenn die Anlage ausfällt, wird repariert und die Arbeiten sind nicht planbar. Es gibt Fälle, in denen diese Art der Instandhaltung durchaus akzeptabel und sinnvoll ist: z.B. bei unkritischen oder redundanten Anlagen, bei denen ein Ausfall sehr unwahrscheinlich und unvorhersehbar ist. Wichtig ist aber, dass der Ausfall nicht die Sicherheit oder Qualität beeinträchtigt. Die reaktive Instandhaltung hat aber auch Nachteile, sie ist vor allem nicht planbar, man muss die Ausfälle unter Umständen schnell beheben, was bedeutet, dass man eigenes Personal für die Reparatur und Ersatzteile im Lager vorhalten muss. Das ist bei kritischen, komplexen Anlagen eigentlich undenkbar, vor allem wenn es um Sicherheit und Qualität geht.

Vorbeugende Instandhaltung

Es gibt jedoch Alternativen, z.B. die vorbeugende Instandhaltung. Bei dieser Strategie werden in regelmäßigen Abständen bestimmte Wartungsarbeiten und Inspektionen durchgeführt, Ersatzteile ausgetauscht und so Ausfällen vorgebeugt.  Regelmäßig bedeutet in diesem Fall Zeitintervalle oder auch Zählerintervalle (z.B. nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden oder Kilometerleistung). Bei bekannten Ausfallmustern oder Verschleißteilen, die regelmäßig ausgetauscht werden, ist die vorbeugende Instandhaltung die richtige und relativ einfache Methode. Dies ist auch die am weitesten verbreitete Strategie, die heute von den Unternehmen verfolgt wird. Die vorbeugende Instandhaltung hat auch viele Vorteile: gute Planbarkeit, lückenlose Instandhaltungsnachweise, relativ geringe Lagerbestände und damit Lagerkosten und was heute wichtig ist – sie kann auch gut über externe Dienstleister abgewickelt werden. Die Nachteile? Der Austausch der Verbrauchsmaterialien kann zu früh erfolgen, so dass der Verschleiß der Ersatzteile nicht vollständig aufgebraucht wird, dadurch entstehen vermeidbare Kosten, sowohl bei den Material- als auch bei den Arbeitskosten.

Zustandsbasierte Instandhaltung

Berücksichtigt man diese Faktoren und betrachtet statt fester Intervalle den Zustand der Anlage, gelangt man zur nächsten Stufe der Instandhaltungsstrategien – der zustandsbasierten Instandhaltung. Der Zustand der Anlage wird überwacht (z.B. durch Sensoren oder Kameras), die generierten Daten werden automatisch oder manuell in das System eingespeist, Algorithmen prüfen vorgegebene Grenzwerte und bei Bedarf wird eine Wartung oder Reparatur ausgelöst. Die zustandsbasierte Instandhaltung ist vor allem bei unbekannten Ausfallmustern sinnvoll. Sie gewährleistet eine höhere Anlagenverfügbarkeit, weniger Stillstände und ermöglicht eine optimale Bestimmung sowie Planung des Wartungszeitpunktes. Der Einstieg in die Zustandsüberwachung ist allerdings mit zunächst etwas höheren Investitionskosten verbunden – es wird Hardware (z.B. Sensoren, Kameras) und Software zur Auswertung der Daten benötigt. Auch die Menge der gesammelten Daten ist nicht zu unterschätzen – relationale Datenbanken stoßen hier oft an ihre Grenzen. 

Vorausschauende Instandhaltung

Bei besonders kritischen und teuren Anlagen, bei denen ein Ausfall zu sehr hohen Umsatzeinbußen oder Folgeschäden führt, ist die vierte Stufe der Instandhaltungsstrategien – die vorausschauende Instandhaltung – sinnvoll. Das ist wie ein Blick in die Zukunft. Man will wissen, wann die Anlage ausfallen wird, um diesen Ausfall rechtzeitig zu verhindern. Um diese Vorhersage zu treffen, werden mehrere Sensordaten, Informationen, historische Ausfälle mit Hilfe von Algorithmen ausgewertet und die Prognosen generiert.

Wahl der richtigen Instandhaltungsstrategien

Jedes Unternehmen hat viele verschiedene Anlagen, von einem einfachen Rauchmelder oder Feuerlöscher bis hin zu komplexen kritischen Produktionslinien, Robotern oder Maschinen mit Tausenden von Komponenten. Wie entscheidet man, welche Anlagen mit welcher Strategie zu betreiben sind? Hier sind einige Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Kritikalität der Anlage
  • Komplexität der Anlage
  • Vernetzung / Abhängigkeit mit anderen Anlagen
  • Redundanz
  • Wie schnell kann die Reparatur durchgeführt oder die Anlage ersetzt werden?
  • Wie hoch sind die Reparaturkosten?
  • Verfügbarkeit des Personals für die Reparatur
  • Internes oder externes Personal
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen für die Reparatur
  • Ausfallwahrscheinlichkeit
  • Beeinflusst der Ausfall die Qualität
  • Sicherheit, kann der Ausfall zu Personenschäden führen?
  • Gesetzliche Vorschriften
  • Erhaltung von Gewährleistungsansprüchen

Die richtigen Instandhaltungsstrategien mit der richtigen Softwareunterstützung

Da alle diese Assets mit ihrem gesamten Lebenszyklus idealerweise zentral verwaltet werden, sollte man ein System wählen, das die verschiedenen Instandhaltungsstrategien optimal unterstützt. Ein System, das nicht nur einmal fixiert, sondern auch flexibel die Strategie auf die nächste Stufe heben kann. Das System IBM MAXIMO bietet größte Flexibilität bei der Umsetzung aller Strategieebenen, von der reaktiven Instandhaltung über Wartungs- und Inspektionspläne, Condition Monitoring und Grenzwertüberwachung bis hin zu KI-gesteuerten visuellen Inspektionen und Algorithmen, der Predictive Maintenance.

An welcher Stelle stehen Sie mit Ihrer Instandhaltungsstrategie? Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl und Umsetzung der richtigen Strategie und begleiten Sie auf Ihrem Weg zu Predict.

 

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